Ein paar Zeilen über meinen Weg zum Amateurfunk.

Im Alter von etwa 8..10 Jahren begann ich alte Radios, vornehmlich Volksempfänger, die so ab Mitte der 50er Jahre massenhaft in den Müll wanderten von dort wieder rauszuholen, um sie zu Hause auszuschlachten. Wenn ich diese Radios heute noch alle hätte...........

Mitunter wurde auch versucht, die Radios wieder zu laufen zu bringen, was auch manchmal gelang. Der einzige Sender, der zu empfangen war, das war der RIAS auf Mittelwelle mit Standort in Hof/Saale. Aber den konnte man auch mit einen Detektor empfangen und mit viel Glück auch noch einige andere Sender in den Abendstunden.

Die Schaltungen der sogenannten Volksempfänger waren zu dieser Zeit auch noch aufzutreiben. Die Quelle dafür waren diverse Altpapiersammlungen. Uns Schülern wurden damals diese Sammelaktionen im Rahmen der Pioniernachmittage aufgetragen, unter dem Motto “Rettet unsere Bäume”. Zur gleichen Zeit wurde an der innerdeutschen Grenze freie Sicht geschaffen und hektarweise Wald abgeholzt........!!!  Das gesammelte Altpapier wurde natürlich gesichtet und so manches interessante Heftchen oder Buch an Land gezogen. Ich kann daher noch heute auf einen bescheidenen Fundus diverser Literatur zugreifen.

Der Bau eines Detektor mit den feinfühlig einzustellenden Kristallgleichrichter, geeignete Dioden gab es damals wahrscheinlich noch nicht, war eigentlich der Start in die Radiobastelei.

Mit den Röhren AF7 und AL4 wurde der erste 0V1 gebaut, die Spulen für den KW-Bereich gewickelt, um Radio Luxemburg zu empfangen. Damals machte ich auch die erste Bekanntschaft mit dem Amateurfunk. Die erste selbstgewickelte Spule war wohl nicht richtig berechnet oder gewickelt und ich hörte nicht im 49m Band Radio Luxemburg sondern Norddeich-Radio um die 4,5 MHz. Das war jedoch auch schon ein Erfolgserlebnis für mich und nicht uninteressant.

Jetzt wurde erst mal nach Informationen über die Funkerei gesucht, Volksbuchhandlung und Büchereien wurden erfolgreich durchforstet. Ich wusste nun, das es Amateurfunk gab und man auf bestimmten Frequenzen Stationen aus aller Welt hören konnte.

Das 80m-Band wurde als erstes gefunden, weil dort die meisten Stationen in Telefonie, vorwiegend in AM, arbeiteten. Die ersten Hörerberichte wurden verschickt und die Freude war gross, wenn eine QSL-Karte zurück kam. 

Die Karten wurden direkt geschickt. Interessant ist auch das Porto......

In den folgenden Jahren entwickelte sich mein Interesse am Funksport und der Elektronik-Bastelei kontinuierlich weiter. Die Halbleitereinführung und der damit verbundene Rückgang der Röhrentechnik, die ersten integrierten Schaltkreise, die Mikrorechentechnik, dies alles prägte meine beruflichen und persönlichen Entwicklung. Das Interesse am Amateurfunk war, trotz vieler Hinternisse persönlicher, politischer und gesellschaftlicher Art, nach wie vor ungebrochen. 

Nach einer sehr langen SWL Tätigkeit konnte ich am 12.Dez.1985 die Prüfung als Mitbenutzer an der Klubstation Y42ZJ ablegen. Ab sofort durfte ich mit meiner Klasse C an der UKW-Station aus den Räumen der Klubstation in Harra unter dem Rufzeichen Y42SJ Funkbetrieb machen.

Nach der Wende erhielt ich die Genehmigung, wie alle anderen Mitbenutzer von Clubstationen auch, eine eigene, private Station von zu Hause aus zu betreiben.

Aber.... ich hatte keine eigene Station....! Herbert, DJ4HH aus dem benachbarten OV B23 schenkte mir ein für den Einsatz im 2m-Amateurfunkband umgebautes Siemens-W2 Taxifunkgerät, mit dem ich erst mal auf zwei FM-Kanälen QRV wurde.

Später reichten mir die zwei Kanäle nicht mehr und ein 80 Kanal 2m PLL Transceiver für FM nach einer Bauanleitung aus der Zeitschrift “Funkamateur” war meine wichtigstes Bauprojekt. Die Eigenbaustation brachte fast 12 Watt und ich konnte damit viele Direkt - QSO’s führen. Im Bild ist die Schaltung des Treibers und der PA dargestellt.

Als dann für die Klasse 2 bzw. “C” die Kurzwelle auch für OM’s wie mich, der nie CW lernte, freigegeben wurde, tat sich im wahrsten Sinn des Wortes die ganze Welt des Amateurfunks für mich auf. Neue Technik wurde angeschafft und verschiedene Antennen erprobt.

Am 29.Mai 2006 führte ich mein erstes KW-QSO. Am 25.Febuar 2013 standen 10043 QSO’s aus 190 DXCC-Gebieten auf den Bändern 160m bis 6m in den Betriebsarten SSB, PSK, RTTY und SSTV im Logbuch, wovon 171 bestätigt sind.

Und es geht munter weiter, hier ruft schon wieder einer cq cq cq.........

Bemerkungen oder Fragen?

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